Gebrochene Hand

Handfraktur

Dieser Artikel beschreibt, wie ein Bruch der Handwurzelknochen oder Mittelhandknochen entsteht und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Die Hand besteht aus drei Abschnitten. Von der Handwurzel aus folgen zunächst acht Handwurzelknochen (Carpalia), danach fünf Mittelhandknochen (Metacarpalia) und schließlich die fünf Finger (Phalanges). Eine gebrochene Hand ist ein Bruch in einem oder mehreren Handwurzel- oder Mittelhandknochen. Es gibt auch einen Artikel über gebrochene Finger.

Wie entsteht eine gebrochene Hand?

Ein Sturz auf die ausgestreckte Hand ist fast immer die Ursache eines gebrochenen Handwurzelknochens. In dieser Situation bricht meist das Kahnbein (Os scaphoïdeum).

Ein gebrochener Mittelhandknochen ist eher die Folge eines heftigen Schlages auf oder mit der Hand. Das Ende des fünften Mittelhandknochens - der Knochen, der zum kleinen Finger führt - ist am häufigsten betroffen. Dieser Bruch ist oft die Folge eines kräftigen Faustschlags gegen einen harten Gegenstand wie eine Tür oder Wand und wird daher auch als Boxerfraktur bezeichnet.

Eine weitere mögliche Ursache ist eine verminderte Knochenqualität infolge von Osteoporose (Knochenschwund) oder Knochenkrebs. Die Qualität des Knochengewebes nimmt ab, sodass Knochen leichter brechen.

Merkmale einer gebrochenen Hand

Merkmale eines Bruchs eines oder mehrerer Mittelhandknochen sind:

  • Stechende (Druck-)Schmerzen.
  • Lokale Schwellung.
  • Mögliche Fehlstellung, sichtbar als eingedrückter Fingerknöchel oder verkürzter Finger.
  • Zunahme der Schmerzen bei Fingerbewegungen oder beim Ballen einer Faust.

Ein gebrochener Handwurzelknochen verursacht meist (Druck-)Schmerzen und eine lokale Schwellung oder einen Bluterguss in der Nähe der Fraktur. Welcher Handwurzelknochen genau gebrochen ist, bestimmt weitere Beschwerden. Bei einer Scaphoïdfraktur sind zum Beispiel auch Bewegungen von Daumen und Handgelenk schmerzhaft.

Wie wird eine gebrochene Hand festgestellt (Diagnose)?

Der Hausarzt oder Physiotherapeut führt nach der Schilderung des Patienten eine körperliche Untersuchung durch. Dabei wird die Hand auf Fehlstellung, Schwellung oder Verfärbung untersucht. Anschließend werden die Beweglichkeit und Muskelkraft der Hand getestet.

Der Test auf axialen Druckschmerz wird bei Knochenbrüchen der Hand oder Finger durchgeführt. Dabei drückt der Arzt die Finger nacheinander vorsichtig in Richtung der Hand. Bei einem gebrochenen Mittelhand- oder Handwurzelknochen führt dieser Test unmittelbar zu einer Zunahme der Schmerzen.

Um die Schwere eines Bruchs weiter zu beurteilen, werden im Krankenhaus Röntgenaufnahmen gemacht. Diese Bilder zeigen die Knochenstücke aus verschiedenen Richtungen. Hält der Arzt es für nötig, lässt er auch eine Knochenszintigrafie anfertigen. Diese Untersuchung gibt mehr Aufschluss über die Knochenqualität.

Behandlung einer gebrochenen Hand

Bei einer gebrochenen Hand sind zwei Behandlungswege möglich: mit oder ohne Operation. Wo immer möglich, entscheidet sich der Chirurg gegen eine Operation.

Eine konservative Behandlung, also ohne Operation, beginnt meist mit einer Gipsphase von drei bis vier Wochen. Nach der Gipszeit startet die Rehabilitation mit Physiotherapie.

Beweglichkeit, Kraft und Funktion der Hand müssen trainiert werden. Es kann einige Monate dauern, bis die Hand vollständig verheilt ist.

Bei einer offenen Fraktur, bei der ein Knochenfragment durch die Haut nach außen ragt, ist eine Operation erforderlich. Ein weiterer Grund für eine Operation ist ein Bruch mit verschobenen Knochenfragmenten. Heilt der Bruch während der Gipsphase unzureichend oder in Fehlstellung, folgt ebenfalls eine Operation. Dabei fixiert der Chirurg die Knochenteile mit Metallstiften oder -schrauben und einer Platte in der korrekten Position.

Die weitere Genesung nach einer Operation verläuft wie nach einer Gipsphase. Der Unterschied besteht darin, dass die Erholungszeit nach einer Operation im Durchschnitt länger ist, in einigen Fällen sogar bis zu einem Jahr.

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