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iFuse-Operation bei ISG-Beschwerden
Eine iFuse-Operation wird bei Menschen mit chronischen (langandauernden) ISG-Beschwerden durchgeführt. iFuse ist ein Implantatsystem. Mit einem iFuse-Implantat wird das Iliosakral- (ISG-) Gelenk fixiert (stabilisiert). Dadurch ist im ISG keine Bewegung mehr möglich, was zu einer Schmerzlinderung führt.
Was sind SI-Beschwerden und die Behandlungsmöglichkeiten?
SI-Beschwerden sind Schmerzen - rund um Gesäß und unteren Rücken -, die vom Iliosakralgelenk (ISG) ausgehen. Das ISG ist das Gelenk zwischen Becken und Kreuzbein. Dieses Gelenk kann viele Beschwerden verursachen, die tiefen Rückenschmerzen ähneln.
SI-Beschwerden kommen häufig vor. Sie sind oft schwer von Rückenschmerzen zu unterscheiden.
Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten bei SI-Beschwerden:
- Physiotherapie oder Beckenphysiotherapie sind die am häufigsten empfohlenen Behandlungen. Der Effekt ist meist groß. Die Patientin/der Patient ist nach der Behandlung beschwerdefrei oder hat weniger Beschwerden.
- Medikamente. Eine Ärztin/ein Arzt kann Schmerzmittel verschreiben. Diese Medikamente werden für einen kurzen Zeitraum eingenommen. Manchmal reicht das bereits aus, auch in Kombination mit Therapie, um die Beschwerden zu beseitigen.
- Injektion. Eine Ärztin/ein Arzt kann eine Injektion in das ISG geben. Dadurch wird das Gelenk direkt mit Schmerz- und Entzündungshemmern behandelt.
- Beckengurt. Bei Beckeninstabilität kann ein Gurt um das Becken getragen werden. Dieser stabilisiert das Becken von außen. Häufig ist dies während oder nach einer Schwangerschaft ein gutes Hilfsmittel.
- Operation. Wenn die genannten Behandlungen nicht wirken, kann eine Operation erwogen werden. Das wird immer gemeinsam mit einer Ärztin/einem Arzt entschieden. Die iFuse-Operation ist hierfür der am häufigsten durchgeführte Eingriff.
Was passiert bei einer iFuse-Implantat-Operation?
Bei einer iFuse-Operation werden (meist) drei Implantate verwendet. Diese werden in das ISG eingesetzt und das Gelenk damit versteift. So findet keine Bewegung mehr statt. Die Implantate sind dreieckig geformt. Auf diese Weise wird auch die Rotation des Beckens so weit wie möglich begrenzt. Über einen kleinen Schnitt an der Seite des Gesäßes werden die Implantate eingebracht.
Wann kann eine iFuse-Operation durchgeführt werden?
Bei langanhaltenden SI-Beschwerden durch Instabilität oder Verschleiß kann eine iFuse-Operation durchgeführt werden. Eine Operation ist immer die letzte Option aller Behandlungsmöglichkeiten. Sie wird also nur dann durchgeführt, wenn alle anderen Behandlungen keinen Effekt hatten.
Was sind die Vorteile einer iFuse-Operation?
Durch die iFuse-Operation sollten die Schmerzen abnehmen. Oft sind Menschen, die eine iFuse-Operation erhalten, auch beim Gehen, Sitzen, Arbeiten und Sport eingeschränkt. Auch diese Aktivitäten sollten nach der Operation wieder möglich sein.
Die Vorteile sind:
- Schmerzlinderung.
- Verbesserung von Aktivitäten (Stehen, Sitzen, Arbeiten, Sport).
Was sind die Nachteile einer iFuse-Operation?
Bei jeder Operation besteht ein Infektionsrisiko. Außerdem führt die Versteifung eines Gelenks dazu, dass ein anderes Gelenk stärker belastet wird. Ungefähr 25% der operierten Patientinnen/Patienten haben keinen positiven Effekt durch die iFuse-Operation. Mögliche Nachteile sind:
- Ein anderes Gelenk wird stärker belastet, was Beschwerden verursachen kann.
- Infektion während der Operation.
- Mehr Schmerzen nach der Operation. Jede Operation birgt das Risiko verstärkter Schmerzen. Im Beckenbereich verlaufen viele Nerven. Diese können beeinträchtigt werden, was zu Schmerzen oder Ausfällen führen kann.
- Nachteile der Narkose.
- 25% haben keinen positiven Effekt durch die Operation.
Mit iFuse operieren lassen oder nicht?
Das ist eine Entscheidung, die gemeinsam mit einer Ärztin/einem Arzt getroffen wird. Im Internet wird der Eingriff oft als Wundermittel beschrieben. Viele Patientenerfahrungen und Studien zeigen gute Ergebnisse. Aber genau darin liegt auch die Gefahr. Positive Berichte werden von Kliniken stark betont, die weniger guten Erfahrungen werden dabei bisweilen vergessen.
Die Bewegung im Becken (so klein sie auch ist) ist sehr wichtig für eine gute Beweglichkeit von Rumpf und Beinen. Es ist noch unklar, welche Effekte es hat, diesen zentralen Bereich des Körpers zu versteifen. Und eine von vier Personen hat nach der Operation keinen positiven Nutzen; das ist immer noch ein recht hoher Prozentsatz.
Letztlich ist es eine Entscheidung, die du gemeinsam mit der Ärztin/dem Arzt oder der Orthopädin/dem Orthopäden triffst. Ziehst du eine iFuse-Operation in Betracht? Frage dann die Zahlen (Ergebnisse) der Spezialistin/des Spezialisten an, die/der dich operieren soll. Das kann dir helfen, deine Entscheidung zu treffen.