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Arthrose
Arthrose
Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, bei der die Qualität und Dicke des Knorpels abnimmt. Der Begriff 'Verschleiß' wird dafür oft zu Unrecht verwendet. 'Verschleiß' suggeriert, dass Bewegung schlecht für das Gelenk ist, was jedoch nicht stimmt.
Was ist Arthrose?
Die Anteile der Knochen, die gemeinsam ein Gelenk bilden, sind mit Knorpel überzogen. Zusammen mit der Gelenkflüssigkeit, der sogenannten Synovia, sorgt der Knorpel dafür, dass die Knochenflächen reibungsarm aneinander vorbeigleiten. Bei Arthrose geht diese Knorpelschicht verloren. Dadurch funktioniert das Gelenk nicht mehr richtig. Beispiele sind Arthrose des Knies, der Hüfte, der Schulter und der Hand.
Neben dem Knorpelabbau treten weitere Veränderungen rund um das Gelenk auf. So verformt sich der Knochen an den Gelenkrändern. Diese 'Knochenanbauten' werden Osteophyten genannt und führen dazu, dass sich das Gelenk verbreitert und Bewegungen erschwert werden.
Auch das Knochengewebe unter dem Knorpel verändert seine Struktur. Es wird dichter und härter. Das nennt man Sklerose. Arthrose verläuft in der Regel progredient, das heißt, der Knorpel verschlechtert sich mit der Zeit zunehmend.
Ursache
Die genaue Ursache der Arthrose ist noch nicht bekannt. Es gibt jedoch Faktoren, die das Risiko für Arthrose erhöhen. Grundsätzlich kann Arthrose bei jedem auftreten, Frauen und ältere Menschen sind jedoch stärker gefährdet. Auch Übergewicht, (langandauernde) Über- oder Unterbelastung sowie frühere Verletzungen eines Gelenks erhöhen das Risiko. Arthrose tritt in bestimmten Familien häufiger auf, sodass auch Vererbung eine Rolle zu spielen scheint.
Beschwerden
Etwa 10% der Menschen über 55 Jahre haben Beschwerden infolge von Arthrose. Mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil.
Wenn die Knorpelqualität abnimmt und der Knorpel verschwindet, können im Laufe der Zeit Beschwerden auftreten. Am häufigsten werden Schmerzen und Steifigkeit genannt. Diese Steifigkeit ist vor allem morgens oder nach einer Phase der Inaktivität beim Wieder-in-Bewegung-Kommen vorhanden. Dies ist als 'Morgen- und Anlaufssteifigkeit' bekannt und verschwindet meist innerhalb einer halben Stunde oder nimmt deutlich ab. Im Allgemeinen lassen Steifigkeit und Schmerzen mit Bewegung nach.
Es können auch Krepitationen hörbar sein, also knackende Geräusche bei der Bewegung des Gelenks. Zusätzlich kann eine Entzündungsreaktion dazu führen, dass ein Gelenk dicker wird und sich wärmer anfühlt.
Diagnose
Häufig wird eine Röntgenaufnahme angefertigt, um das Gelenk zu beurteilen. Darauf kann beispielsweise eine Gelenkspaltverschmälerung zu sehen sein. Diese tritt auf, wenn die Knorpelschicht zwischen den Knochen dünner wird oder vollständig verschwindet. Ebenfalls lässt sich erkennen, ob sich Osteophyten gebildet haben und ob das Gelenk durch die Arthrose deformiert ist.
Arthrose muss nicht immer zu Schmerzen oder Einschränkungen führen. Mitunter ist auf dem Röntgenbild eine deutliche Arthrose sichtbar, während nur geringe oder keine Beschwerden bestehen. Umgekehrt ist dies ebenfalls möglich.
Der auf dem Röntgenbild sichtbare Schweregrad der Arthrose wird mit der Kellgren-Lawrence-Skala angegeben. Diese Skala sagt nichts über die Stärke der Beschwerden aus, die jemand empfindet.
- 0 (Keine Arthrose)= Keine Knorpelveränderungen.
- 1 (Mögliche Arthrose)= Zweifelhafte Gelenkspaltverschmälerung und möglicherweise beginnende Osteophytenbildung.
- 2 (Minimale Arthrose)= Osteophytenbildung und mögliche Gelenkspaltverschmälerung.
- 3 (Fortgeschrittene Arthrose)= Mehrere Osteophyten, Gelenkspaltverschmälerung, Knochensklerose und mögliche Knochenverformung.
- 4 (Schwere Arthrose)= Mehrere große Osteophyten, ausgeprägte Gelenkspaltverschmälerung, schwere Knochensklerose und Knochenverformung.
Behandlung
Es gibt viele Möglichkeiten, die durch Arthrose verursachten Probleme anzugehen. Hauptziele sind es, den Verlauf zu verlangsamen, Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu verbessern.
Wichtig ist zu wissen, dass Bewegung gut und wichtig ist. Das Gelenk benötigt Bewegung, um den Knorpel zu schmieren und zu ernähren. Bewegungsmangel führt zu Gelenksteifigkeit sowie zu einem Rückgang von Muskelkraft und Kondition. Das verursacht zusätzliche Beschwerden. Übungstherapie unter Anleitung eines Physiotherapeuten kann hier Abhilfe schaffen.
Die Verwendung von Krücke(n) oder Stock und/oder Schmerzmitteln kann die Schmerzen reduzieren und das Bewegen erleichtern. Auch Abnehmen bei Übergewicht gehört dazu. Nehmen Sie Kontakt mit einem Physiotherapeuten auf, um die Beschwerden zu behandeln.
Wenn die Arthrose sehr starke Beschwerden verursacht und die Therapie nicht ausreichend wirkt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein lokaler Knorpelschaden kann behandelt werden, indem das Gelenk gereinigt, ein loses Knorpelfragment reponiert oder das Gelenk dazu angeregt wird, beschädigte Knorpelanteile selbst zu reparieren.
Auch die Stellung des Gelenks kann so angepasst werden, dass der Knorpel günstiger belastet wird. Ein (teilweiser) Gelenkersatz ist ebenfalls möglich. Man erhält dann zum Beispiel ein 'neues Knie', also eine Knieprothese.
Eine drastischere Option ist die vollständige Versteifung des Gelenks. Dann ist keinerlei Bewegung mehr möglich, die Schmerzen nehmen jedoch deutlich ab. Dies erfolgt relativ häufig an Gelenken der Wirbelsäule oder des Fußes.
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