Stressfraktur},{

Überlastung des Knochens, Ermüdungsbruch

Langanhaltende Überlastung des Knochens kann zu einem Bruch führen, einer sogenannten Stressfraktur.

Knochenaufbau

Knochen sind Strukturen, bei denen normalerweise ein gutes Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau besteht. Der Aufbau des Knochens ist von der Belastung abhängig. Das heißt, ein Knochen wird stärker, je mehr er belastet wird. Jede Belastung führt zunächst zu einem minimalen Abbau, dem anschließend ein Aufbau folgt. 

Durch den Aufbau wird der Knochen stärker, um beim nächsten Mal wieder einer höheren Belastung standzuhalten. Ist die Belastung jedoch über längere Zeit zu hoch und findet zu wenig Erholung statt, kommt es nicht mehr zu ausreichendem Aufbau.

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Abbildung: Nach jeder Belastung (Knochenabbau) folgt Erholung (Knochenaufbau). Wenn während der Erholung zu schnell und/oder zu viel belastet wird (rote gestrichelte Linie), verläuft der Aufbau unzureichend. Wenn über einen längeren Zeitraum nicht ausreichend Erholung stattfindet, entsteht eine Stressfraktur. Wie lang dieser Zeitraum ist, ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Risikofaktoren für eine Stressfraktur

Es gibt zwei wichtige Risikofaktoren für die Entwicklung einer Stressfraktur:

  • Rasche Steigerung der Belastung (intensivere oder mehr Trainings in kurzer Zeit).
  • Energie-Ungleichgewicht. Bei einer begrenzten Aufnahme gesunder Nährstoffe stehen nicht genügend Baustoffe für den Knochenaufbau zur Verfügung.

Die Lokalisation einer Stressfraktur ist sportabhängig. Stressfrakturen in Schultern und Armen treten bei Sportarten auf, bei denen die Arme viel genutzt werden, wie Tennis, Schwimmen und Baseball. Leichtathletik führt vor allem zu Stressfrakturen an Füßen und Schienbeinen. Stellen, an denen im Körper am häufigsten Stressfrakturen vorkommen, sind: Schienbein, Mittelfußknochen, Oberschenkel und Becken. Leichtathletik ist die Sportart mit dem größten Risiko für Stressfrakturen.

Beschwerden und Symptome bei einer Stressfraktur

Bei einer Stressfraktur bestehen während oder nach dem Sport lokale Schmerzen. Die Schmerzen nehmen zu, wenn der Sport fortgesetzt wird. Der Knochen ist an der Stelle der Stressfraktur druckschmerzhaft. Dies gilt nur, wenn der Knochen tastbar ist, wie Schienbein, Wadenbein und Mittelfußknochen. Für Knochen, die nicht zu ertasten sind, weil viel Muskelgewebe darum liegt, gibt es verschiedene Tests, um zu untersuchen, ob eine Stressfraktur vorliegt.

Diagnose einer Stressfraktur

Eine Stressfraktur kennt zwei Grade:

  • Geringes Risiko einer Verschlimmerung der Beschwerden.
  • Hohes Risiko einer Verschlimmerung der Beschwerden.

Die Lokalisation der Stressfraktur bestimmt, ob sie zur Niedrig- oder Hochrisikokategorie gehört. Dies hängt nicht nur vom betroffenen Knochen ab, sondern vor allem von der spezifischen Stelle innerhalb des Knochens. So können Stressfrakturen im selben Knochen sowohl ein geringes als auch ein hohes Risiko haben.

Für eine korrekte Diagnose ist bildgebende Diagnostik notwendig. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten wie eine Röntgenaufnahme, Knochenszintigrafie, eine CT-Scan oder eine MRT-Scan

Eine Röntgenaufnahme ist als diagnostisches Mittel nicht immer ausreichend. Oft sind Stressfrakturen erst in einem späteren Stadium auf der Röntgenaufnahme sichtbar. In manchen Fällen ist eine Stressfraktur überhaupt nicht sichtbar. Das liegt daran, dass die Knochenveränderungen bei einer Stressfraktur im Inneren des Knochens beginnen. Das ist röntgenologisch nicht darstellbar. Eine MRT ist daher besser geeignet, um Stressfrakturen festzustellen.

Behandlung einer Stressfraktur

Bei Stressfrakturen mit geringem Risiko genügt (relative) Ruhe. Wenn ausreichend Druck auf dem Knochen lastet, wie am Oberschenkel, heilt er gut durch die Reduktion der Aktivitäten. Außerdem haben Stressfrakturen mit geringem Risiko ein geringeres Risiko für wiederkehrende Verletzungen.

Wenn eine Stressfraktur ein hohes Risiko aufweist, ist der Verlauf häufig ungünstig. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass aus der Stressfraktur ein Knochenbruch wird. Die Behandlung bei hohem Risiko kann eine längere Gipsruhigstellung oder sogar eine Operation sein.

Die Heilung des Knochens ohne Operation erfolgt häufig innerhalb von sechs Wochen. Danach kann der Sport wieder schrittweise aufgebaut werden. Der Aufbau richtet sich nach den Schmerzen (bei Schmerzen sofort stoppen) und der Druckschmerzhaftigkeit beim Berühren der Fraktur.

Die Behandlung von Stressfrakturen mit hohem Risiko ist abhängig von der Form der Fraktur und der Lokalisation. Durch die Operation oder eine lang andauernde Gipsruhigstellung dauert die Rehabilitation deutlich länger. Das kann bis zu einem Jahr dauern.

Nimm Kontakt mit einem Physiotherapeuten auf, um dich im Heilungsprozess begleiten zu lassen.

Hervorgehobene Erkrankungen

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