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Verstauchter Knöchel
Knöchelverstauchung / Inversionstrauma
Ein verstauchter Knöchel, umgangssprachlich auch ‘umknicken’, ist eine akute Sprunggelenksverletzung. Dabei sind meist die Bänder an der Außenseite des Sprunggelenks beschädigt. In der medizinischen Fachsprache wird ein verstauchter Knöchel auch Inversionstrauma genannt.
Schließen Sie einen Sprunggelenksbruch aus
Wenn es zu einem Umknicken kommt, muss zunächst beurteilt werden, ob ein Knochenbruch vorliegt. Die ’Ottawa ankle rules’ sind eine Reihe von Tests, um dies zu beurteilen. Wenn Sie nicht mehr als 4 Schritte gehen können oder Schmerzen an bestimmten Knochenpunkten haben, besteht die Chance auf einen Bruch. Bei Verdacht auf einen Bruch sollten Sie direkt in die Notaufnahme des Krankenhauses gehen, um weitere Untersuchungen durchführen zu lassen.
Verlauf nach einem umgeknickten Knöchel
Wenn nichts gebrochen ist, verläuft die normale Heilung nach einem umgeknickten Knöchel in verschiedenen Phasen. In den ersten Tagen nach dem Ereignis ist es wichtig, dem Sprunggelenk Ruhe zu gönnen. Dadurch nehmen Schmerzen und Schwellung ab. Wenn die Schmerzen es zulassen, darf das Sprunggelenk (teilweise) belastet werden. Tapen wird in den ersten Tagen nach dem Ereignis meist nicht empfohlen, da das Sprunggelenk in dieser Phase noch zu geschwollen ist.
Was können Sie selbst nach einer Knöchelverstauchung tun?
In den ersten drei Tagen nach dem Ereignis können Sie selbst Verschiedenes tun:
- Ruhe, indem Sie nicht zu viel laufen und das Bein hochlagern.
- Eventuell Kühlen des Sprunggelenks (15-20 Min., één bis drei Mal pro Tag).
- Gegebenenfalls mit Krücken gehen, wobei das Sprunggelenk teilweise belastet wird (nicht das volle Körpergewicht auf das Sprunggelenk setzen).
- Bewegen des Sprunggelenks innerhalb der Schmerzgrenze (das Sprunggelenk ohne Schmerzen beugen und strecken).
Es ist empfehlenswert, das Sprunggelenk zwischen Tag drei und fünf von einem Physiotherapeuten oder Sportphysiotherapeuten untersuchen zu lassen. Dieser kann beurteilen, wie groß der Schaden ist, und ist zugleich in der Lage, zu diesem Zeitpunkt eine prognose (Einschätzung) des Heilungsprozesses zu geben.
Der Physiotherapeut gibt Aufklärung und Empfehlungen zum weiteren Behandlungsverlauf. Gegebenenfalls kann das Sprunggelenk dann zum Schutz gerissener Außenbänder getaped werden. Es wird empfohlen, das Tape nach één Woche ersetzen zu lassen.
Heilung nach einem umgeknickten Knöchel
Voll belastetes Gehen ist meist nach één oder zwei Wochen möglich. Die ‘normale’ Heilung führt innerhalb von sechs bis acht Wochen zu einer Genesung ohne Restbeschwerden. Nach diesem Zeitraum sind normale Aktivitäten vollständig schmerzfrei möglich. Innerhalb von 12 Wochen ist es möglich, wieder vollständig Sport zu treiben. Mit einem normalen Heilungsverlauf ist gemeint, dass keine anderen Beschwerden oder Erkrankungen des Sprunggelenks vorliegen, die die Heilung verzögern. Denken Sie dabei an Arthrose, Entzündung oder Schmerzen, die nicht kontrolliert werden können.
Behandlung bei einer Knöchelverstauchung
Der Physiotherapeut erstellt anhand des sogenannten functiescore einen Behandlungsplan. Bei leichteren Verletzungen ist es oft möglich, die täglichen Aktivitäten innerhalb von zwei Wochen wieder vollständig schmerzfrei auszuführen. Eine zusätzliche Behandlung ist dann nicht erforderlich. Bei anhaltenden (Schmerz‑)Beschwerden wird jedoch empfohlen, erneut Kontakt mit dem Physiotherapeuten aufzunehmen.
Bei schwereren Verletzungen ist es sinnvoll, den Physiotherapeuten den Prozess begleiten zu lassen. Nach fünf Tagen darf das Sprunggelenk stärker belastet werden. Die Belastung wird mithilfe von Übungen und Training in den folgenden zwölf Wochen gesteigert.
Bis etwa drei Wochen kann eine Blaufärbung als Folge eines Blutergusses im Fuß‑ und Sprunggelenksbereich vorhanden sein. Ist die Blaufärbung nach diesem Zeitraum noch vorhanden, kann dies auf eine verzögerte Heilung hindeuten.
Nach sechs Wochen kann in den meisten Fällen mit sportspezifischem Training begonnen werden. Dieses Training ist abhängig vom Sportniveau. Nach einer Knöchelverstauchung ist es ratsam, künftig mit einer Sprunggelenkbandage Sport zu treiben. Untersuchungen haben gezeigt, dass dies die beste Methode ist, um zu verhindern, dass das Sprunggelenk immer wieder umknickt.
Außerdem hat sich gezeigt, dass Sport mit einer Sprunggelenkbandage Ihr Sprunggelenk nicht "faul" macht. Es ist also völlig in Ordnung, eine Bandage nach einem Umknicken langfristig oder immer bei sportlichen Aktivitäten zu tragen.
Risiken einer Knöchelverstauchung
Das größte Risiko nach einer Knöchelverstauchung ist eine unzureichende Heilung. Ein Sprunggelenk, das nicht gut ausheilt, kann in eine chronische Sprunggelenksinstabilität übergehen. Das bedeutet, dass das Sprunggelenk ein ‘schwaches Sprunggelenk’ bleibt und häufig umknickt. Häufiges Umknicken kann wiederum zu vorzeitiger Abnutzung des Sprunggelenks führen. Bei jedem Umknicken bekommt der Knorpel einen starken Schlag ab, was zu Schädigungen führen kann.
Zusätzlich stellt das Übersehen anderer Sprunggelenkserkrankungen ein großes Risiko dar. Das Vorliegen anderer Sprunggelenkserkrankungen kann die Behandlung und die Rehabilitationszeit verändern. Bei unzureichender Behandlung können Beschwerden fortbestehen und gegebenenfalls die Rückkehr auf den Sportplatz unmöglich machen.
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